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Wird ein Muslim, der NICHT mit Scharia regiert (urteilt), zum Kâfir ("Glaubensverweigerer")? (TÜRKÇE/TÜRKISCHE)

Übersetzung aus einem Beitrag von Prof. Dr. Hayrettin Karaman (Prof. für islamisches Recht) vom 13.01.17

In Sure 5, Verse 44-47 lesen wir: "Wir haben die Thora hinab gesandt, die Rechtleitung und Licht beinhaltet. Danach richteten sich in ihren Urteilen unter den Juden die Propheten, die sich Gott hingegeben hatten, und die jüdischen Rechtsgelehrten, die dem Weg der Propheten folgten und die die Schrift Gottes zu wahren und ihre Wahrheit zu bezeugen hatten.
Fürchtet euch nicht vor den Menschen, Mich allein sollt ihr fürchten! Meine offenbarten Rechtsbestimmungen dürft ihr um keinen Preis umgehen.
Diejenigen, die NICHT nach der Offenbarung Gottes richten, das sind gewiss die Leugner der Wahrheit (al-Kâfirûn/ فَأُوْلَـٰئِكَ هُمُ ٱلْكَافِرُونَ).
Wir hatten ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn; und für Verwundungen gerechte Vergeltung. Wer aber darauf verzichtet, dem soll das eine Sühne sein; und wer NICHT nach dem richtet, was Gott herab gesandt hat - das sind die Ungerechten (az-Zâlimûn/ فَأُوْلَـٰئِكَ هُمُ ٱلظَّالِمُونَ).
Wir ließen ihnen Jesus, den Sohn der Maria, folgen; zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm das Evangelium, worin Rechtleitung und Licht war, zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.
Und die Leute des Evangeliums sollen sich nach dem richten, was Gott darin offenbart hat; und die sich NICHT nach dem richten, was Gott herab gesandt hat - das sind die (wahren) Frevler (al-Fâsiqûn/ فَأُوْلَـٰئِكَ هُمُ ٱلْفَاسِقُونَ)."

In Vers 44 lesen wir, dass die Thora ein von Gott geoffenbartes Licht und eine Rechtleitung für die Menschen enthält und das sowohl alle Propheten, die auf Moses folgten, in Bezug auf das Judentum, als auch die sich ihrer Verantwortung vor Gott bewussten Rabbiner und Gelehrten, als Erben der Propheten, nach ihr (der Thora) urteilten...

Jene, die die Gebote und Verbote Gottes missachtet haben, werden in den Versen aus drei Perspektiven bewertet:
1. In Vers 44 werden jene, die die Offenbarung Gottes leugneten und daher nicht nach ihr urteilten, als al-Kâfirûn (die Leugner) bezeichnet.
2. In Vers 45 werden jene, die - obwohl sie an die Offenbarung glaubten - nicht nach ihr urteilten, als az-Zâlimûn (die Ungerechten) bezeichnet.
3. In Vers 47 werden jene, die dadurch, dass sie - obwohl sie an die Offenbarung glauben - sich nicht nach ihr richteten, zugleich zu Unterstützern des Unrechts und somit zu Sündern (arab. al-Fâsiqûn).

In dem Falle, wo jemand die Prinzipien der göttlichen Normenlehre (Scharia) ablehnt und für ungültig erklärt, verlässt er die Religion (die auf dieser Normenlehre beruht). Jene jedoch, die sie akzeptieren, aber auf die leichte Schulter nehmen oder nicht anwenden, werden als die Ungerechten (az-Zâlimûn) und Frevler (al-Fâsiqûn) bezeichnet, nicht aber als Leugner (al-Kâfirûn).

Imâm Mâturîdî (893-941) fasst die Bedeutung dieser Verse wie folgt zusammen: "Der Vers, der jene, die die Gebote Gottes nicht anwenden, als al-Kâfirûn (Leugner der Wahrheit) bezeichnet, bezieht sich auf jene, die sie grundsätzlich ablehnen. Diese sind auch zugleich az-Zâlimûn (die, die das Unrecht unterstützen) und al-Fâsiqûn (Sünder). Dieser Vers bezieht sich daher explizit auf die al-Kâfirûn.

Die (darauffolgenden) Verse (45 und 47), in denen explizit von den Ungerechten und dann von den Frevlern die Rede ist, beziehen sich jedoch auf die Gläubigen, die sich - obwohl sie an die Offenbarung glauben - nicht danach richten. Denn ein Ungerechter ist jener, der sich nicht für das Recht einsetzt und ein Sünder ist jener, der sich nicht daran hält."

Der Koranexeget al-Qurtubî (1214-1272) sagt dazu: "Alle drei Verse, in denen von den Leugnern, Ungerechten und Sündern die Rede ist, die nicht nach dem urteilen, was Gott herabgesandt hat, beziehen sich auf die Leugner (al-Kâfirûn). Was jedoch die Muslime anbetrifft, die nicht nach dem urteilen, was Gott herab gesandt hat, begehen diese eine große Sünde, sind aber keine Leugner."

Laut weiterer Exegeten - so Karaman - die der Ansicht sind, dass diese Verse nicht allein an die Leugner gerichtet sind, sondern auch an die Muslime, haben die Verse folgende Bedeutung: "Jene, die überzeugt davon sind, dass man sich nicht nach der Offenbarung Gottes richten müsse, fallen vom Glauben ab. Jene, die davon überzeugt sind, dass man sich danach richten müsse, es jedoch nicht tun, begehen dadurch etwas Verbotenes (haram) und das sind jene unter den Muslimen, die als Sünder (al-Fâsiqûn) bezeichnet werden. Gott urteilt über diese und entscheidet, wen Er bestraft und wem er vergibt."

Fazit: So, wie Muslime keine Kâfirûn sind, wenn sie nicht nach der Scharia urteilen, obwohl sie daran glauben, ist auch das Land, in dem sie leben, weder ein nichtmuslimisches Land noch Feindesland.

Webseite: www.HayrettinKaraman.net

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Siehe Original unter: http://www.hayrettinkaraman.net/makale/1598_13-01-2017.htm

13.01.2017

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